ZHAW Jahresbericht 2020

2020 war auch für die ZHAW ein besonderes Jahr. Im Zuge der Corona-Pandemie mussten wir Aufgaben und Situationen bewältigen, die bisher ohne Beispiel sind. Umso erfreulicher ist die Tatsache, dass die ZHAW ihren Leistungsauftrag auch unter diesen schwierigen Bedingungen erfolgreich erfüllen konnten.

Rück- und Ausblicke von Prof. Dr. Reto Steiner, Direktor der ZHAW School of Management and Law
Die wirtschaftliche Krise im Zuge der Covid-19-Pandemie belastet die Firmen enorm. Die Krise ist aber auch ein Treiber für Innovationen und eine Chance, Geschäftsmodelle zu überdenken und sich neu auszurichten. Und neue oder verbesserte Geschäftsmodelle können viele Unternehmen langfristig und global wettbewerbsfähiger machen. Beim Erreichen von Nachhaltigkeitszielen können auch innovative Finanzierungen helfen. Und letztlich geht es immer um Leadership: Es gilt, Mitarbeitende mit positiven Emotionen zu führen und zu inspirieren.


«Bei allen Unwägbarkeiten führt uns Corona eindrücklich vor Augen, wie eine Krise zum Treiber von Innovation wird.» Prof. Dr. Reto Steiner


Positiver Digitalisierungsschub
Die andere, positive Seite der Krise zeigt sich beispielsweise im «ZHAW Managers Survey» des International Management Institute. Diese Umfrage wurde mitten im Lockdown im April 2020 unter Managerinnen und Managern von Schweizer Unternehmen durchgeführt. Schon kurz nach dem Lockdown setzte der Digitalisierungsschub ein, der dann das ganze Jahr prägen sollte: Unternehmen nutzten vermehrt digitale Kanäle, um Umsatz zu erzielen, mit Kunden und Kundinnen zu kommunizieren oder Arbeitsprozesse zu organisieren. Die Umfrage zeigte hier bereits eine positive Entwicklung – trotz all der anderen negativen Auswirkungen der Pandemie.

Konsumentinnen und Konsumenten finanzieren Fairtrade-Produktion
Fairtrade-Produzenten in Entwicklungsländern haben oft ein stabiles Geschäftsmodell und substanzielle Wachstumsmöglichkeiten. Doch sie können ihre Wachstumsziele nicht realisieren, weil ihnen die Kreditmittel fehlen – wegen unzureichender Finanzinfrastrukturen im jeweiligen Entwicklungsland oder weil sie die verlangte Kreditsicherheit nicht gewährleisten können. Hier könnte eine dezentrale Finanzierung eine Lösung sein, wie das Institut für Financial Management in einem interdisziplinären Projekt mit dem Industriepartner FairCapital, dem Zentrum für Steuerrecht und dem Institut für Datenanalyse und Prozessdesign der ZHAW untersucht. Die Idee: Ein Blockchain-basiertes Modell ermöglicht die Vorfinanzierung der Produktion von Fairtrade-Produzenten durch Fairtrade-Konsumenten. Durch die dezentrale Ausrichtung kann die Flexibilität der Finanzierung und die Verfügbarkeit von Kapital deutlich gesteigert werden.

Kompetenzen für innovatives Denken und Handeln
Innovatives Denken, unternehmerisches Agieren und das Gestalten und Vorantreiben von Geschäftsmodellen sind heute das A und O der Wirtschaftswelt. Das will auch die neue Vertiefung «Innovation and Entrepreneurship» des Master of Science in Business Administration erreichen. Im Mittelpunkt steht das Erlernen von Kompetenzen für innovationsgerichtetes Handeln, sowohl in bestehenden Unternehmen als auch im StartupBereich. Grosses Gewicht legt die Ausbildung auch auf Leadership, bei der sich die Führungsperson selbst und damit auch das Team positiv und motivierend führt. Denn eine wichtige Aufgabe der Führung ist, die Mitarbeitenden zu einem gelingenden Arbeitsleben zu befähigen und sie darin zu unterstützen, die Potenziale und Chancen zu erkennen, die jede Krise mit sich bringt.

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